Teelichter selber machen: Bienenwachs & Kokosöl Rezept ohne Paraffin

· von Alva Sund · 4 Min. Lesezeit

Teelichter selber machen: Bienenwachs & Kokosöl Rezept ohne Paraffin

Teelichter ohne Paraffin selbst zu gießen klingt aufwendiger, als es tatsächlich ist. Dieses Rezept verbindet Bienenwachs und Kokosöl zu einer Kerze, die ganz ohne Erdöl auskommt, spürbar weniger rußt als die Teelichter aus dem Discounter und sich mit nur zwei Zutaten beliebig oft nachgießen lässt. Wie viel Bienenwachs und Kokosöl du genau brauchst, welche Dochtgröße funktioniert und was bei typischen Problemen zu tun ist, liest du hier Schritt für Schritt.

Warum Teelichter ohne Paraffin?

Paraffin stammt aus Erdöl. Beim Abbrennen können Stoffe wie Toluol oder Benzol in die Raumluft gelangen, und billige Paraffinkerzen neigen zusätzlich zu Rußfahnen und einem leicht chemischen Geruch. Bienenwachs dagegen ist ein nachwachsender Naturstoff. Es duftet von Haus aus zart nach Honig, brennt sauberer und soll sogar leicht ionisierend auf die Raumluft wirken. Kokosöl ist der perfekte Partner dazu: Es senkt den Schmelzpunkt des Wachses, sorgt für ein gleichmäßigeres Abbrennen und verhindert, dass sich in der Mitte ein tiefer Trichter bildet, während außen alles stehen bleibt.

Die richtigen Zutaten und das Mischverhältnis

Alles hängt am Verhältnis von Bienenwachs zu Kokosöl. Reines Bienenwachs brennt heiß und schmilzt zäh, ohne Zusatz entsteht fast immer ein Tunnel in der Mitte, der Rand bleibt hart stehen.

Bewährtes Grundrezept (für ca. 8 bis 10 Teelichter):

Für eine längere Brenndauer darfst du auf 3:1 gehen (75 g Bienenwachs, 25 g Kokosöl). Mehr als 30 % Kokosöl solltest du aber nicht nehmen, sonst wird die Kerze weich und der Docht kippt irgendwann einfach zur Seite.

Zusätzlich benötigst du:

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Wachs schmelzen: Bienenwachs im Wasserbad langsam erwärmen, maximal bis 80 °C. Wird es heißer, verliert das Wachs an Farbe und Honigduft.
  2. Kokosöl einrühren: Ist das Wachs komplett flüssig, Kokosöl zugeben und ruhig verrühren, bis eine homogene, klare Masse entsteht.
  3. Dochte platzieren: Dochte mit Metallplättchen mittig in die Hülsen setzen. Ein Tropfen flüssiges Wachs unter dem Plättchen fixiert ihn zuverlässig, so rutscht nichts mehr.
  4. Gießen: Masse auf etwa 60 bis 65 °C abkühlen lassen, dann zügig eingießen. Wer bei höherer Temperatur gießt, riskiert Krater und feine Risse auf der Oberfläche.
  5. Aushärten: Mindestens 24 Stunden bei Raumtemperatur ruhen lassen. Auf keinen Fall in den Kühlschrank stellen, das begünstigt Risse.
  6. Docht kürzen: Vor dem ersten Anzünden auf rund 5 mm stutzen.

Der richtige Docht: der wichtigste Faktor

Die meisten Fehlversuche liegen nicht am Wachs, sondern am Docht. Eine Mischung aus Bienenwachs und Kokosöl brennt anders als Paraffin und will einen etwas dickeren, kürzeren Docht.

Häufige Probleme und Lösungen

Brenndauer und Sicherheit

Ein selbst gegossenes Teelicht aus Bienenwachs und Kokosöl brennt je nach Dochtgröße etwa 4 bis 6 Stunden, oft länger als ein Paraffin-Teelicht, weil die Mischung langsamer schmilzt. Die Flamme steht ruhiger, der Duft bleibt dezent honigartig statt chemisch. Trotzdem gilt: Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen lassen, immer auf einer feuerfesten Unterlage platzieren und genug Abstand zu Vorhängen, Papier oder anderen brennbaren Materialien halten.

Fazit

Das Rezept aus Bienenwachs und Kokosöl ohne Paraffin eignet sich hervorragend als Einstieg ins Kerzengießen. Zwei Zutaten reichen, das richtige Verhältnis (4:1 bis 3:1) und ein passender Docht machen den Unterschied, und am Ende stehen gesündere, länger brennende Teelichter für den Alltag. Wer den Unterschied zu Paraffin einmal gerochen und gesehen hat, der sucht die billigen Supermarktkerzen so schnell nicht mehr im Regal.

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